Tegtmeiers Erben 2017

28. April 2017

Stadt Herne gibt Ehrenpreisträger bekannt

„Tegtmeier-Ehrenpreis“ für Fritz Eckenga

„Jürgen von Manger-Preis für ein Lebenswerk“ an Henning Venske

 

Finale mit Preisverleihungen am Samstag, 25. November 2017

Die Stadt Herne gibt die diesjährigen Ehrenpreisträger der Veranstaltung „Tegtmeiers Erben“ bekannt: Den „Tegtmeier-Ehrenpreis“ erhält 2017 Fritz Eckenga. Mit dem „Jürgen von Manger-Preis für ein Lebenswerk“’ wird in diesem Jahr Henning Venske ausgezeichnet.

Zur langjährigen Tradition von „Tegtmeiers Erben“ gehört, dass außerhalb des Wettbewerbs am Finalabend in Herne zusätzlich herausragende Künstler mit Ehrenpreisen prämiert werden, die bereits seit vielen Jahren zur absoluten Spitze der deutschsprachigen Kabarett-, Comedy- und Entertainmentszene gehören.

Mit Fritz Eckenga, geb. 1955 in Bochum und wohnhaft in Dortmund, zeichnet die Stadt Herne einen Ruhrgebiets-Künstler aus, der sich seine Ideen zwar meist vor der Haustür, also „frisch von der Halde“ holt, dessen Themen jedoch weit über diese Region hinaus strahlen und der daher seit vielen Jahren zu den beliebtesten Lese-Satirikern des deutschsprachigen Kabaretts zählt. In seinen Geschichten und Gedichten, veröffentlicht in zahlreichen Büchern und vorgetragen in unzähligen Bühnenauftritten sowie im Hörfunk, dringt der Autor, Satiriker, Kabarettist und bekennende Fußballfan nach eigenen Angaben „in Problemzonen vor, die außer ihm niemand je betreten hat und wird.“ Dabei entpuppt er sich als unterhaltsamer Nachdenker, was ihm bisher sogar mehr Literatur- als Kabarettpreise eingebracht hat, u.a. den Literaturpreis Ruhr.

Für seine Bühnenprogramme kreierte Fritz Eckenga gerne Kunstfiguren, in die er immer wieder schlüpfte. Sein unvergessener ‚Bademeister mit von innen verspiegelter Sonnenbrille‘ als Frontmann des Musiktheater-Ensembles Rocktheater N8chtschicht, der in schönstem Ruhrdeutsch des Chaos am und im Freibadbecken Herr zu werden versucht‚ oder der lispelnde Baumarktleiter Peter-Hans Kaltenbecher stehen in bester Tradition eines ‚Adolf Tegtmeier‘.


Henning Venske, geb. 1939 in Stettin, gehört zu den bedeutendsten Protagonisten der politischen Satire in Deutschland. Als Schriftsteller, Journalist, Autor, Schauspieler, Regisseur und nicht zuletzt Kabarettist ist Henning Venske geradezu ein lebendes Sittengemälde der deutschen Nachkriegsgeschichte. Seine scharfzüngige, oftmals radikale Satire führte in den 70er Jahren sogar zu juristischen Auseinandersetzungen mit den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sowie zu Haus- und Sendeverboten und brachte ihm das Etikett „Deutschlands meistgefeuerter Satiriker“ (Gerd Wollschon) ein.

„Er hat den Freiraum für Satire immer wieder erheblich überschritten” war seinerzeit in einer Stellungnahme des Hessischen Rundfunks zu lesen. „Er hat den Freiraum für Satire unendlich erweitert” war sich das Auswahlgremium des Projekts ‚Tegtmeiers Erben‘ einig, das der Stadt Herne neben den Finalisten des Wettbewerbs ebenfalls die Vorschläge für die jeweiligen Ehrenpreisträger unterbreitet.

Beide Preisträger haben zugesagt, das Preissymbol, die 7,5 kg schwere Tegtmeier-Bronzekappe, am Finalabend, Samstag, 25. November 2017, im Herner Kulturzentrum persönlich in Empfang zu nehmen.

Fritz Eckenga und Henning Venske reihen sich damit in die Liste hochkarätiger Vorgänger ein. Ausgezeichnet mit dem „Ehren-Tegtmeier“ wurden seit 1997 die Künstler Helge Schneider‚ die Missfits, Piet Klocke, Hape Kerkeling, Georg Schramm, Horst Schroth‚ Doktor’ Ludger Stratmann, Urban Priol, Wilfried Schmickler und Olli Dittrich.

Den „Jürgen von Manger-Ehrenpreis für ein Lebenswerk“, bisher nur unregelmäßig vergeben, erhielten bereits Tana Schanzara, Hanns Dieter Hüsch, Gerhart Polt, Jochen Busse, Dieter Hallervorden und Jürgen von der Lippe.

 

Der Wettbewerb „Tegtmeiers Erben“

Der biennale Wettbewerb für Bühnenoriginale ‚Tegtmeiers Erben‘ feiert im kommenden Jahr zu seiner 11. Ausgabe im Herbst 2017 sein 20jähriges Jubiläum.

Seit 1997 wird dieser Kleinkunstwettbewerb von der Stadt Herne ausgerichtet. Gewidmet dem unvergesslichen Volksschauspieler und Komödianten Jürgen von Manger und benannt nach seiner Kultfigur „Adolf Tegtmeier“. Zusammen mit seiner Frau Ruth lebte Jürgen von Manger die letzten 30 Jahre seines Lebens in Herne, wo er 1994 verstarb.

Auf Anhieb hat sich dieser Kleinkunstpreis seinerzeit unter den bereits damals unzähligen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum als einer der führenden Wettbewerbe für Comedians, Kabarettisten, Satiriker, Komiker und Humoristen etabliert. Nicht zuletzt deshalb, weil 1997 zum ersten Male Künstler in Deutschland in diesem Genre mit einer Trophäe bedacht wurden, die einer Person und zugleich Kunstfigur gewidmet war, die vielen Künstlern als Vorbild für ihre eigene Karriere galt: dem unvergesslichen Schauspieler und Komödianten Jürgen von Manger und seinem Alter Ego Adolf Tegtmeier.

1997 vom Programmleiter Darstellende Kunst, Christian Strüder, in den Herner Flottmann-Hallen aus der Taufe gehoben und bis 2009 an selbigem Ort durchgeführt, findet das Wettbewerbsfinale einschließlich der Ehrenpreisverleihungen seit 2011 in der renovierten Stadthalle, dem Kulturzentrum Herne am Willi-Pohlmann-Platz statt. Während die Flottmann-Hallen nach wie vor für die Gesamtorganisation verantwortlich sind.

In ihrem Jahr des 150jährigen Bestehens löst 2017 die Herner Sparkasse als Hauptsponsor die Stadtwerke Herne als langjährigen Kooperationspartner ab.

Am 25. November 2017 ist es nun wieder soweit! Sechs Anwärter auf den Titel „Tegtmeiers Erben“ wetteifern um zwei mit jeweils 5.000,- € dotierte Auszeichnungen: den Publikums- und den Jurypreis.

Die beiden Ehrenpreisträger können sich derweil bequem zurücklehnen, während die sechs AnwärterInnen – Tilman Birr, Sarah Bosetti, C. Heiland, Marcel Mann, Rosemie und René Sydow - sich noch einen humoristischen Wettstreit liefern.

 

 29. November 2016

 Die Finalisten des Wettbewerbs 'Tegtmeiers Erben 2017' stehen fest

Das Teilnehmerfeld für 'Tegtmeiers Erben 2017' steht: Auch für die 11. Ausgabe des Wettbewerbs für Bühnenoriginale ist es einem sachkundigen Auswahlgremium wieder gelungen, aus einer Vorschlagsliste von etwa 40 Kandidatinnen und Kandidaten ein spannendes und äußerst humorvolles sechsköpfiges Teilnehmerfeld für das Finale am 25.11.2017 im Herner Kulturzentrum zusammenzustellen.

Diese sechs Künstlerinnen und Künstler haben den Sprung ins Finale geschafft (in alphabetischer Reihenfolge):

           Tilman Birr                    Sarah Bosetti                    C. Heiland 

          Marcel Mann                      Rosemie                       René Sydow

Beim Finale am 25. November 2017 im Kulturzentrum Herne wettstreiten die Finalisten nicht nur um die begehrte Tegtmeier-Kappe aus Stoff, sondern zusätzlich um einen mit jeweils 5.000,- € dotierten Publikums- und Jurypreis.

Die Moderation übernimmt erneut der Entertainer und ‚Master of Ceremony’ Helmut Sanftenschneider.

Veredelt wird der Wettbewerb standesgemäß durch die zusätzliche Verleihung der Ehrenpreise an prominente, überregional bekannte Künstler.

 

Die Finalisten im Porträt:

Tilman Birr

ist Lesebühnenleser, Kabarettist, Liedchensinger und tritt bei Poetry Slams auf. Das 1980 in Frankfurt geborene Multitalent kann nicht nur komische Geschichten erzählen, scharfe Lieder spielen und menschliche Gewohnheiten auseinandernehmen. Herr Birr spricht auch noch hessisch, berlinerisch, bayrisch und sächsisch. Seltsame Sprachen machen ihm mindestens genauso viel Spaß wie seltsame Menschen, deshalb wohnt er seit vielen Jahren in Berlin.

Begonnen hat er auf Lese- und Poetry-Bühnen. Mit seinen Liedern und seinen Sprechnummern ist er über diese Form aber hinausgewachsen und ebenso im Kabarett und in der Liedermacher-/Singer-Songwriter-Szene zuhause, sodass er mittlerweile drei Bücher und zwei Musikalben veröffentlicht hat. Und 2013 mit dem Förderpreis des Deutschen Kabarettpreises ausgezeichnet wurde.

In seinem aktuellen Programm, „Holz und Vorurteil“, behandelt Tilman Birr die Frage: Ist das alles so, wie wir uns das denken? Wirklich? Und was ist, wenn man diese Frage mit „Ja“ beantwortet?

 

Sarah Bosetti

ist eine deutsche Autorin, Satirikerin, Bühnenliteratin und Moderatorin.

Geboren und aufgewachsen ist die fast 33-jährige in Aachen. Von 2004 bis 2008 lebte und studierte sie in Brüssel Filmregie, anschließend zog es sie, wie viele Künstler, nach Berlin.

Dahin, wo sie sich seither zur Ersparnis eigener Heizkosten im Scheinwerferlicht der Slam-, Lese- und Kabarettbühnen wärmt und 2013 mit ihrem Team »Mikrokosmos« deutsch-sprachige Vizemeisterin im Poetry Slam wurde. Spätestens seitdem ist die Presse voll des Lobes über ihre Literatur. Für Steffen Kutzner von stadtmagazin.com ist Sarah Bosetti „die ungekrönte Königin der Berliner Lesebühnen - mit ganz viel Feingefühl und einem Auge für Details.“ Und für Gerburg Jahnke ist Frau Bosetti einfach nur „ein Genre für sich!“

Neben Auftritten in der ARD (Nuhr im Ersten, Ladies Night), auf 3sat, ZDF.kultur und im WDR ist sie Kolumnistin bei radioeins (RBB) und Mitbegründerin der Berliner Lesebühne »Couchpoetos«. Im September 2015 erschien ihr Roman »Mein schönstes Ferienbegräbnis« (Voland & Quist).

 

C. Heiland

ist seit 2003 Berliner, war aber ehemals ein später Silvesterkracher in Castrop-Rauxel und wurde ebenda am 1. Januar 1987 geboren. Weil seine Kindheit eher unkonventionell verläuft, findet C. Heiland recht bald den Zugang zur Psychologie. Er arbeitet 10 Jahre erfolgreich als Psychiater, bis herauskommt, dass er die meisten Pillen, die er

verschreibt, selber nimmt. Nach einigen Zwischenstationen als Imker, Ladendetektiv und Baumarkt-Maskottchen muss er irgendwann feststellen, dass das Leben am leichtesten mit Humor zu ertragen ist.

Deshalb geht er seit Ende 2010 hauptberuflich der Tätigkeit als Musik-Kabarettist nach. Im gleichen Jahr erlernte er auch das faszinierendste musikalische Werkzeug der Welt: das japanische Kultinstrument Omnichord, Es dient C. Heiland dazu, Lieder in die Welt zu tragen, die zwischen Ballermann und tiefer Melancholie changieren. Mit einer Stimme, die ihresgleichen sucht, singt er nicht nur, sondern kalauert sich und das Publikum um den Verstand.

 

Marcel Mann

ist ein deutscher Synchronsprecher, Schauspieler und Sänger. Schon während seiner Schulzeit nahm er Schauspiel- und Gesangsunterricht. Nach der erfolgreich überlebten Schulzeit ging er zum Radio, wo er lernte mit seiner Stimme Illusionen zu erschaffen.

Er wurde 1987 in Schorndorf geboren und über Stationen wie Bochum, wo er mit zwanzig anderen jungen Leuten kommunenartig lebte und Theater spielte, Köln und München landete er schließlich 2008 in Berlin. Dort begann er hauptberuflich als Synchronsprecher zu arbeiten. Leider stirbt er bei dieser Arbeit meistens tragisch hinter dem Mikrofon.

Davon und von weiteren Kuriositäten aus seinem Leben auf der Tonspur erzählt Marcel rasant und stimmgewaltig auf Deutschlands Comedy-Bühnen. Sozusagen als „The Voice of Comedy“. 2015 konnte er seine bisher größten Erfolge einfahren: Den Sieg des Jahresfinales der Talentschmiede des Quatsch Comedy Clubs Berlin2015 sowie die Fritznacht der Talente von Radio Fritz vor 1.800 Zuschauern im ausverkauften Admiralspalast in Berlin.

 

Rosemie

ist Clownin, Komikerin, Verzauberin und manchmal auch Moderatorin – besser gesagt eine Kunstfigur der ganz besonderen Art, die in keine Schublade passt. Rosemie ist Rosemie!

Die in Heidelberg lebende Künstlerin wurde 1965 in Bad Waldsee geboren und hat von 1983 bis 1989 in New York, Philadelphia und Köln klassischen und modernen Tanz aber auch Gesang studiert.

Die ausgebildete Tänzerin und leidenschaftliche Sängerin präsentiert sich ihrem Publikum als herrlich verklemmte Schwäbin und zeigt auf unscheinbare Weise ihre „wahren Talente“. Mit ihrer Mischung aus Begriffsstutzigkeit und schlauer Selbstironie führt sie uns tanzend, singend und musizierend liebevoll zu unseren menschlichen Missgeschicken. Seit Jahren berührt und verzaubert sie mit ihrem herzlichen Wesen Ihr Publikum. In ihrem Soloabend, einer Abenteuerreise durch das Leben, erforscht sie mutig, poetisch und mit großer Spielfreude, was alles in uns steckt und darauf wartet, gelebt zu werden. Darüber hinaus moderiert sie für zahlreiche Varietés, Galas oder beim 3sat-Festival.

 

René Sydow

ist Kabarettist, Autor, Schauspieler und Regisseur. Dabei ist der 36 jährige in fast allen Theatern und Kleinkunstbühnen aufgetreten, hat in Serien und Spielfilmen mitgespielt und selbst drei abendfüllende Spielfilme geschrieben und inszeniert.

Nach dem Studium der Film- und Fernsehwirtschaft in Dortmund arbeitete Sydow vornehmlich als Schauspieler und Filmemacher, bis ihm 2014 mit seinem ersten Kabarett-Solo-Programm „Gedanken! Los!“ der Gewinn von elf namhaften Kabarettpreisen gelang. Seitdem wird René Sydow von der Presse als der „am lautesten geflüsterte Geheimtipp“ des politischen Kabaretts bezeichnet. Wohl auch deshalb, weil er als ein poetischer Vertreter seiner Zunft gilt, der zwischen literarischem Wortspiel und scharfer politischer Satire wechselt.

Seit der Premiere im April 2016 ist er mit seinem zweiten Solo-Programm „Warnung vor dem Munde!“ auf Tournee. Dabei geht er dem Irrsinn in Politik und TV auf den Grund, nimmt sich Minister, Medienmacher und andere Mitglieder des organisierten (V)Erbrechens vor.



Weitere Informationen bei:

Christian Strüder und Joel Haßenpflug

Projektleitung Tegtmeiers Erben

Flottmann-Hallen / FB Kultur – Stadt Herne

Tel.: 02323 -162952 oder -162855

Mail: flottmann-hallen@herne.de

 

Veranstalter und Kooperationspartner:

Stadt Herne, Fachbereich Kultur in Kooperation mit der Herner Sparkasse sowie WDR Radio 5 und mit freundlicher Unterstützung der Stadtwerke Herne, der Kulturinitiative Herne und Roof Music, Bochum.