Samstag, 03.09.2016 - Mittwoch, 21.12.2016

30 JAHRE FLOTTMANN-HALLEN

Das Jubiläum

Im Herbst 2016 feiern die Herner Flottmann-Hallen ihr 30jähriges Jubiläum als Kultur- und Veranstaltungszentrum in den ehemaligen Werkshallen der Flottmann AG, später Flottmann-Werke GmbH, einem der größten Bergbauzulieferbetriebe Deutschlands im vergangenen Jahrhundert.

Nachdem 1983 der Produktionsstandort stillgelegt und die Fabrikgebäude auf dem riesigen Werksgelände größtenteils abgerissen wurden, kämpfte eine lose Initiative, bestehend aus Künstlern, Journalisten und kulturinteressierten Bürgern um den Erhalt des letzten, im späten Jugendstil erbauten Gebäudekomplexes. Und hatte Erfolg. Ausstellungs- und Versandhalle, Schmiede und Schlosserei blieben als fünfschiffiges Gebäude erhalten und wurden unter Denkmalschutz gestellt.

Nach umfangreichen Umbau- und Renovierungsarbeiten wurden die Hallen am 18. & 19. Oktober 1986 als sogenannte „Öffentliche Freizeit- und Erholungsanlage mit integrierter Begegnungsstätte“ eröffnet.

Deckblatt Eröffnungsprogramm Oktober 1986

Was seinerzeit so umständlich im Amtsdeutsch beschrieben war, stimmt heutzutage mehr denn je. Denn mit dem in 2008 begonnenen Umbau des jahrzehntelang brachliegenden Außengeländes zu einem renaturierten, parkähnlichen Gelände, erhielt nun auch das Umfeld eine erhebliche Aufwertung. Wozu ebenso ein sich stetig erweiternder Skulpturenpark beiträgt, der der Kunst im Öffentlichen Raum ein Forum bietet.

Und sogar das aufwändig restaurierte und einzigartige Flottmann-Jugendstiltor, das als Prunkstück früher die Haupteinfahrt zum Werksgelände zierte, hat einen neuen, dauerhaften und geschützten Standort erhalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

   Flottmann-Tor Werkseinfahrt | Foto: unbekannt            Flottmann-Tor restauriert | Foto: Uwe Hennig

Doch zurück zu den Hallen selbst.

Seit 30 Jahren stehen die Herner Flottmann-Hallen nun für innovative Bildende Kunst, aufregendes Theater und spannende Performances, für zeitgenössischen Tanz, neuen Zirkus, Jazz-, Welt und mittlerweile auch wieder Rock- und Pop-Musik sowie für alle Formen der Kleinkunst und der Jugendkultur. Und das Alles in städtischer Trägerschaft!  „Vom Klotz am Bein zum Lieblingskind“ hieß es schon nach wenigen Jahren, wenn öffentlich über die zunehmende Bedeutung des Zentrums für die Stadt(verwaltung) Herne diskutiert wurde!

Vom ‚Klotz am Bein‘ redet heutzutage niemand mehr! Das Haus gehört längst zu den anerkannten kulturellen Adressen der Region, ist Station der Route der Industriekultur, Mitglied der RuhrKunstMuseen sowie der LAG Soziokultureller Zentren NRW, darüber hinaus von Beginn an Heimspielstätte des Theater Kohlenpott. Und hat in seiner Geschichte vielen Künstlerinnen und Künstlern mit regionalem, nationalem und internationalem Renommee Auftrittsmöglichkeiten geboten. Nicht zuletzt einem Willi Thomczyk, Gründer sowie langjähriger Leiter des Theater Kohlenpott und ‚enfant terrible‘ der freien Theaterszene des Ruhrgebiets in den 80er und 90er-Jahren, zu dessen Ur-Ensemble so mittlerweile bekannte Schauspieler wie Ingo Naujoks oder Joe Bausch gehörten.

Auch in schwierigen finanziellen Zeiten, in denen die Stadt Herne seit Jahren wie viele andere Ruhrgebietskommunen mit Nothaushalten balancieren muss, wird bei der  Veranstaltungsplanung der Flottmann-Hallen immer noch auf Qualität und Originalität gesetzt. Gepaart mit dem Mut zur Innovation und zum Aufspüren zukünftiger Strömungen, um diese in maßgeschneiderte Projekte einfließen zu lassen.

Anders als beim 10- und 20jährigen Jubiläum gibt es zum 30igsten jedoch kein großes Fest an einem Wochenende im eigentlichen Jubiläumsmonat Oktober.                                                  Wir feiern 30 Jahre Flottmann-Hallen mit einem pickepackevollem Herbstprogramm, dass es in diesem Ausmaß hier noch nie gegeben hat. Und so schnell auch nicht mehr geben wird.

Neben zahlreichen Einzelveranstaltungen und bereits bekannten, jährlich wiederkehrenden Projekten, wie Jugendkulturpreis Herbert, Kubo Show, Pottporus-, Spielarten- und Cycling Film Festival, wird es zu diesem außergewöhnlichen Anlass einige spezielle Veranstaltungen und Projekte geben. Dazu gehören ein Konzert der Wanne-Eickeler Kultband THE VORGRUPPE, eine Wiederaufnahme des BUKOWSKi-Solos von Willi Thomczyk, drei Neuinszenierungen des theaterkohlenpott und nicht zuletzt zwei ganz besondere Projekte:

Zum einen eine Sonderausstellung unter dem Titel „FLOTTMANN 30hoch“ mit über 150 Künstlerinnen und Künstlern, die in den vergangenen 30 Jahren in unseren Räumen ausgestellt haben.

Und damit der Spaß an Kunst und Kultur auch weiterhin nicht verlorengeht, gibt es oben drauf von September bis Dezember eine spezielle Festivalreihe unter dem Titel HUMOR IM REVIER.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Durchstöbern unseres Programms für die zweite Jahreshälfte und freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Ihr Flottmann-Team

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