Freitag, 05.09.2014 | 18:00 Uhr | Ausstellungseröffnung

RUHRKUNSTSZENE

Raumstücke

Eintritt frei

Mit Friedrich Gräsel (1927-2013), Diethelm Koch (1943-2008), Claudia Buch (1968) und Bettina Zachow (1967) treffen in der Ausstellung „Raumstücke" nicht nur Künstler und Künstlerinnen ganz unterschiedlicher Generationen, sondern auch Vertreter eines sich gewandelten Objekt- und Raumbegriffes aufeinander. Zwei älteren Vertretern der Konkreten Kunst stehen zwei jüngere Künstlerinnen gegenüber, deren Werk sich eher an alltäglichen Bildern und Formen orientiert.

 

gräselFriedrich Gräsels Werk ist geprägt von vorgefertigten Industrieprodukten. Seit den 1960er Jahren arbeitet er mit Rohrelementen aus Stahl und Faserzement. Er entkleidet sie ihrer technischen Funktionalität und schafft aus Ringen, Knien und Bögen konstruktive Objekte. Diesen Körpern liegen geometrischen Grundkonstruktionen zugrunde, die aber vielfach gebrochen werden. Friedrich Gräsel schafft so bewegte Raumkörper in einer ganz eigenen Ästhetik.

 

kochDiethelm Koch nutzt in seinem plastischen Werk geometrische Grundformen wie Kugeln, Zylindern oder Würfel. Diese Formen werden nach mathematischen Gesetzen zerlegt und in verschiedenen Materialien wie Eisen, Stahl, Grausguss und Holz neu zusammengesetzt. Diethelm Kochs Arbeiten sind durch klare harmonische Formen, dem Spiel mit Symmetrien und dem lebhaften Kontrast der unterschiedlichen Materialien gekennzeichnet.

 

huchClaudia Buch arbeitet mit Dingen des Alltags, die sie in Wachs, Latex oder Beton nachformt. Suppenschüsseln, die halb aus der Wand ragen, ein Motor, dessen Anschlüsse ins Leere führen, Pokale, die abknicken oder ein auf der Wand aufliegendes Abflussrohr. Claudia Buch spielt bewusst mit Täuschungen, indem sie bekannte Dinge in anderen Zusammenhängen neu inszeniert. Zugleich stellt sie für den Betrachter Situationen her, in denen er bekannte Dinge neu und anders erleben kann.

 

 

leibchenBettina Zachow formt filigrane Objekte aus meist eigenen Haaren. Ihre Arbeiten erinnern an menschliche Körperformen oder Kleidungsstücke, andere Arbeiten beschreiben abstrakte Formen. Ihre Objekte umspielen leere Formen, die dadurch eine ganz eignen Präsenz bekommen. Ihre Arbeiten schaffen zerbrechlich wirkende Stofflichkeit vielfältige Ein- und Durchblicke. Das besondere Material ihrer Objekte lädt zugleich zu intensiven Assoziationen ein.

 

Die Ausstellung „Raumstücke" stellt neben den plastischen Arbeiten auch das zeichnerische Werk der vier Künstlerinnen und Künstler vor. Der sehr unterschiedliche Charakter der Ausstellungsräume in der ehemaligen Werkhalle und der einstigen Villa lässt die ausgestellten Arbeiten in ganz unterschiedlichen räumlichen Bezügen und Beziehungen erscheinen.

Das Ausstellungsprojekt „RuhrKunstSzene" wird gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

Kooperation mit der Städt. Galerie Herne


Anschließend: 19.00 Uhr Städt. Galerie, Karl-Brandt-Weg 11, 44629 Herne