Samstag, 09.06.2018 | 20:00 Uhr

Kunst & Kohle

ABBAUHAMMERKONZERT

Von und mit Christof Schl├Ąger

Eintritt frei

Schon während seines Studiums des Bauingenieurswesens begeisterte sich Christof Schläger für die Geräusche in Produktionsanlagen und Fertigungshallen. Bis heute stellen sie für ihn eine Art der zeittypischen Musik dar. So ist es nicht verwunderlich, dass sich der Herner Künstler in seinen Arbeiten immer wieder mit Alltagsgeräten befasst, die er ihrer eigentlichen Funktion beraubt und in künstlerische Klangobjekte verwandelt.


Für sein Konzert mit Abbauhämmern greift Schläger auf Maschinen zurück, die die meisten Menschen nur von Fotografien oder vom Hörensagen kennen. Die rot lackierten und kiloschweren Geräte wurden für die Welt unter Tage gefertigt, drohte dem Bergmann hier doch die ständige Gefahr der Gasexplosion, der sogenannten „Schlagenden Wetter“. Durch die mit Druckluft betriebenen Maschinen gab es einerseits keinen Funkenflug, andererseits wurde den Bergleuten die Arbeit damit erheblich erleichtert. So entstanden binnen kurzer Zeit ein neuer Klangkosmos in Stollen und Schächten, erfüllt von zischenden Ventilen, aufheulenden Druckluftmotoren und ratternden Presslufthämmern. All diese Geräusche – wie auch die entsprechenden Maschinen – gehören bald der Vergangenheit an, wenn die letzte deutsche Zeche 2018 ihren Betrieb einstellt.

 Abbaumhammerkonzert


Für sein Konzert verleiht Christof Schläger den Abbauhämmern eine neue Bedeutung und macht sie zu wahren Klangkunstwundern. Aus heißer Luft wird erstaunlich schöner Lärm, der einer genauen Partitur folgt. Die Komposition entsteht aus der eingehenden Hörerfahrung mit dem technischen Instrument und der gemeinsamen, dramaturgischen Arbeit mit Marjon Smit.

 

Doch ist es nicht nur der akustische Reiz, der das Besondere in Schlägers Werken ausmacht. Seine Aufbauten erscheinen beinahe skulptural und heben die optische Schönheit des jeweiligen Arbeitsgerätes deutlich hervor.

 

Das Instrumentarium: Acht Pressluft-Bohrhämmer im Schweißgestellen mit Schalltrichtern, vier Abbauhämmer in Kesselblechen, vier Abbauhämmern in Stahlröhren, zwei pneumatische Hub-Zug-Motoren, zwei Prall-Bleche, zwei Förderkorb-Signalglocken, vier präparierte Druckluft-Töner, zwei elektrisch-pneumatische Steuerungen, eine Partitur-Maschine (Notebook), eine Druckluftwasserpumpe

 

Die Druckluftwasserpumpe spielen die Bergleute Frank Schwulst und Mark Grohmann (Zentralwerkstatt Prosper der RAG AG).

 

 

event.view.artist https://www.ruhrkunstmuseen.com/kunst-kohle.html

Vorprogramm ab 19:00 Uhr: Führung durch die Ausstellung DAVID NASH "Holz und Kohle"

Das Projekt wurde möglich durch die freundliche Unterstützung der RAG AG und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zentralwerkstatt auf der Zeche Prosper-Haniel.